Thomas Spaar: vernetztes Denken im Dienst der Projektleitung
02. November 2011 – 18:20:00
Thomas Spaar, Mitgründer der YukonDaylight AG, löst komplexe Organisationsprobleme mit umfassenden Fragestellungen.
Was Thomas Spaar an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) gelernt hatte, schien für seine spätere Tätigkeit in der Informatik und der Prozessgestaltung vorerst wenig Bedeutung zu haben. Für seinen Abschluss in Umweltwissenschaften hatte sich Thomas Spaar intensiv mit Nachhaltigkeitsfragen befasst, unter anderem im Gebiet des Baumwollanbaus.
Die richtigen Fragen
Die ersten beruflichen Schritte Thomas Spaars drehten sich aber nicht um Fragen der Ökologie, sondern um die Schaffung interner IT-Helpdesks: in Grossbetrieben. „Die Informatik zog mich wegen der Geschwindigkeit ihrer Entwicklung und vor allem wegen der Vielfalt ihrer Herausforderungen an“, erklärt Spaar. Bald bemerkte er aber, wie sehr ihm die erlernte gesamtheitliche Betrachtung zugute kam: Wenn es darum ging, komplexe Aufgaben zu analysieren und effiziente Geschäftsprozesse festzulegen, fiel es ihm leicht, die richtigen Fragen zu stellen. Er war sich gewohnt, auch Faktoren zu berücksichtigen, die bei einer flüchtigen Betrachtung übersehen werden. Ein Beispiel zu nennen, fällt Spaar nicht schwer: „Erscheinen die verlangten Masken zu langsam auf dem Bildschirm, ist der Wunsch nach einem schnelleren Rechner sinnlos, wenn das Netzwerk die notwendige Leistung nicht erbringt.“

Bild: Thomas Spaar (Managing Partner und Mitbegründer YukonDaylight AG)
Was bei Projekten zum Ziel führt, ist an sich klar. „Ein systematischer Ansatz bei der Prozessgestaltung verlangt es, die einzelnen Vorgehensphasen sauber voneinander zu trennen“, erläutert Spaar. „Erst wenn alle relevanten Faktoren berücksichtigt und gewichtet sind, können die einzelnen Prozesse festgelegt werden.“ Nur zu oft hat Spaar im Geschäftsalltag mit seinem hohen Termindruck aber die Versuchung bemerkt, sich zu früh auf bestimmte Ansichten festzulegen. Dadurch verengt sich der Blickwinkel, und selbst offensichtliche Problempunkte fallen ausser Betracht: So hat Thomas Spaar es erlebt, dass der Auftraggeber in einem Projekt der Tendenz verfiel, seine Anforderungen schon als Lösungsvorschläge auszuformulieren. Dabei entstanden diametral verschiedene Vorstellungen über eine bestimmte Lösung. Der Auftraggeber und die Lieferanten verwendeten zwar dieselben Worte, verstanden darunter aber etwas völlig anderes – in einem Fall eine Alltagsaufgabe und im anderen eine komplexe Dienstleistung. Erst als die Anforderung nochmals in ihren Einzelheiten untersucht waren, ergab sich an einer Sitzung das Aha-Erlebnis: „Was verlangt wird, ist ja ganz einfach.“
Komplexität als Herausforderung
Thomas Spaar weiss inzwischen aus Erfahrung, dass Prozesse, Kommunikationsinhalte oder Schulungen immer Unsicherheitspotenziale beinhalten: „Es kommt ständig vor, dass Äusserungen anders verstanden werden, als sie gemeint waren. Menschen reagieren unterschiedlich.“
Gerade die Verschiedenheit aller Faktoren ist für Spaar aber eine Herausforderung: „Ich bin bei jedem Projekt gespannt, herauszufinden, was sich als beste Lösung erweist.“ Leistungsverluste innerhalb von Organisationen können die verschiedenartigsten Ursachen haben. Bei einem Kunden ist es Spaar etwa aufgefallen, dass die Abläufe zwar effizient gestaltet waren, dass der entsprechende Informationsfluss aber über Papierformulare erfolgte: Es war niemals klar, wo sich das Formular gerade befand und wer von einem Sachverhalt bereits Kenntnis genommen hatte. Der Kunde versuchte wohl, in regelmässigen Sitzungen die Abstimmung unter den Teams zu optimieren. „Ihr müsst da besser aufpassen“, warf man sich gegenseitig vor. Das eigentliche Lösungspotenzial lag aber in der Technik. Die Prozesse waren klar definiert und die betroffenen Personen gut eingeführt, aber ohne eine adäquate technische Unterstützung war die Fehleranfälligkeit aus diesem System nicht zu eliminieren.
Aus allen Bereichen
Schon an der ersten Arbeitsstelle bei einem Schweizer Informatikunternehmen fanden die Analysefähigkeit Spaars und die Resultate seiner Tätigkeit Anerkennung. Schnell wurde er mit Aufgaben aus den unterschiedlichsten Branchen betraut. Immer ging es jedoch darum, Serviceorganisationen auf die Beine zu stellen oder zu optimieren. Auch als er 2006 als Mitgründer der YukonDaylight AG beruflich selbstständig wurde, blieb die Vielfalt der Kunden bestehen.
„Wir haben mit dem Projektleiter Thomas Spaar einen umsetzungsorientierten Berater gefunden, durch den die Realisation des Projektes trotz eng gefasstem Zeitplan möglich wurde.“
André Rosenberger, Leiter Business Analyse PBA, Helsana
Meist von Grund auf konzipiert Spaar für sie Lösungen und bringt Prozesse zum Funktionieren – für Banken, Versicherungen und Kreditkartengesellschaften, für Pharmaunternehmen, Zeitungsverlage, Telekommunikationskonzerne, die Post und viele andere Auftraggeber. „Ich bin in allen Gegenden der Schweiz tätig“, setzt Spaar auseinander und spricht lachend von einer „Tour de Suisse“, die ständig zu absolvieren ist.
Von den privaten Interessen profitiert auch der Beruf
Auch nach Jahren ist Thomas Spaars Wissbegier gross geblieben: „In allen Gebieten hinzuzulernen hat mir von Anfang an Spass gemacht. Ist einmal eine tragfähige Lösung gefunden, lockt mich das nächste Problem. Stillstand würde Rückgang bedeuten.“ Und so ist es für Thomas Spaar selbstverständlich, sich regelmässig auf dem neusten Stand der Umweltthemen zu halten und die Erkenntnisse daraus in seine Arbeit einfliessen zu lassen. „Eine ganzheitliche Analyse der Ausgangslage und das Design einer nachhaltigen Lösung sind für mich ein Muss“, erklärt Spaar „ganz gleich ob in der Umwelt oder bei Serviceorganisationen.“
Das Ziel der Nachhaltigkeit ist für Thomas Spaar im Privatleben wie im Beruf eine Konstante. Ein Grund zur Freude ist es für Spaar jedes Mal, einen alten Kunden zu besuchen und festzustellen, dass sich ein Konzept über lange Zeit bewährt hat: „Damit ist der Beweis erbracht, dass der Denkansatz richtig war.“
Von Julien Kaiser | Kategorie: Mein Blog
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Tags: Dosulting, Projekt, Projektleitung, Thomas Spaar
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